Sonntag, 10. Juli 2016

[Rezension] Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag



Bildquelle: Heyne Verlag

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (8. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453270126
ISBN-13: 978-3453270121
Empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Homepage der Autorin: *klick*

Inhalt:

Tessa weiß, sie hat nicht mehr lange zu Leben. Dabei will sie noch so viel erleben. Die erste große Liebe, den ersten Kuss, all das wollte sie sich für den Richtigen aufheben, aber jetzt ist es zu spät dafür. Als Oskar plötzlich in ihrem Leben auftaucht und trotz des Wissens normal mit ihre umgeht, ihr dann auch noch einen gemeinsamen letzten Sommer schenkt, wirkt Tessa wieder richtig lebendig.

Meine Meinung: 

Große Erwartungen hatte ich an „Mein bester letzter Sommer“ nachdem ich so viele begeisterte Lesestimmen gelesen habe. Doch ganz erfüllt wurden diese leider nicht.
Als Leser wird man gleich zu Anfang damit konfrontiert, dass Tessa sterben wird. Sehr sarkastisch kommt sie anfangs rüber, was mir gut gefallen hat. 


„Ich habe ein Verfallsdatum. Okay zugegeben, letztlich hat jeder eines, aber zu wissen, dass die meisten Konservendosen in unserer Speisekammer länger hier sein werden als ich, ist hart. Seite 11“


Doch leider fand ich, dass dieser schwarze Humor von Tessa schnell verflogen ist. Man spürt, dass Tessa sauer auf ihre Eltern ist, ganz besonders auf ihre Mutter. Wie sich Tessa hier verhalten hat, konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Genauso, dass sie leider nicht den näheren Kontakt zu ihrer Schwester sucht, das fand ich sehr schade. 
Tessa ist depressiv und denkt nur noch an ihren Tot, plant ihre Beerdigung und denkt daran, was sie alles verpassen wird. Sie ärgert sich, dass sie immer so vernünftig war, aber ändern will sie auch nichts mehr. Von ihren Freunden hat sie sich abgekapselt, denn verstehen kann sie eh keiner. Tessa ist eifersüchtig, dass alle anderen weiterleben werden. Zwar hatte ich Mitleid mit Tessa und es muss so schrecklich sein, zu wissen, dass man bald sterben wird, aber trotzdem konnte ich ihren „hass“ gegenüber den anderen nicht verstehen. Das hat sie leider etwas unsympathisch gemacht. 

Alles ändert sich, als Tessa auf Oskar trifft. Plötzlich spürt man die Lebensenergie, die Tessa wieder gefunden hat. Endlich weiß sie, was Liebe bedeutet und wie man sich fühlt. Aber Tessa findet in dieser Zeit auch ein wenig zu sich selber. Als die beiden gemeinsam einen Trip durch Italien machen und zusammen den letzten Sommer von Tessa verbringen, wirkt diese richtig glücklich und zufrieden. 

Anne Freytag hat den Trip durch Italien sehr schön beschrieben. Es ist, als wäre man mittendrin. Die beiden erleben eine wunderschöne Zeit gemeinsam und lernen sich kennen und lieben. Für Tessa habe ich mich richtig gefreut, endlich konnte sie sich gehen lassen, die Gedanken an den Tod hintenanstellen. 

Die Annäherung zwischen Tessa und Oskar habe ich gerne miterlebt, mir gefiel, dass sie offen miteinander gesprochen haben. Allerdings kamen die Gefühle nicht richtig bei mir an. 

Oskar hat sich rührend um Tessa gekümmert. Er hat für jedes Problem eine Lösung gefunden. Was ich sehr süß fand. Natürlich macht die Krankheit auch keinen Halt während ihres Trips durch Italien und lässt die beiden immer wieder ans unvermeidliche Denken aber zum Glück lassen sie sich nicht unterkriegen. Sehr schade fand ich, dass Tessa ihre Familie fast völlig vergisst. 

Richtig gut gefallen hat mir, dass vorne im Cover der Trip durch Italien gezeigt wird. Jeder Halt wurde dargestellt. Da die Musik hier auch eine große Rolle spielt, gibt es am Ende noch die Playlist. Diese Gestaltung fand ich gut gemacht und finde ich erwähnenswert. 

Der Schluss war ergreifend, aber die Taschentücher habe ich nicht gebraucht ;-). 

Fazit:

„Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag lässt mich zwiegespalten zurück. Der Trip durch Italien mit Tessa und Oskar war ein schönes Erlebnis. Doch leider kamen die Gefühle bei mir nicht richtig an. Die Art wie Tessa sich anfangs ihrer Familie verhält und sie fast völlig vergisst, fand ich sehr schade. Der Schluss hat die Autorin sehr schön gelöst. Ein Buch voller Lebensfreude, Liebe und das Ungewisse mit dem Tod. 

 (Ich gebe dem Buch 4 von 5 Feen).

Kommentare:

  1. Ich freu mich schon so sehr auf das Buch :) Liegt bereits auf meinem SuB (:

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    1. Dann bin ich mal gespannt, wie es dir gefallen wird :-)

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  2. Hallo liebe Vanessa,

    sehr schöne Rezension, die mir gerade totale Lust auf dieses Buch beschert. Immerhin steht es bei mir schon im Regal, wartet nur noch darauf von mir gelesen zu werden :)
    Viele schwärmen ja von diesem Buch, das war bei mir wahrscheinlich auch der entscheidene Grund, weshalb ich mir dieses Buch gekauft habe ^^

    Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende und sende dir liebe und sonnige Grüße <3

    Liebste Grüße, Caterina

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    1. Freut mich, dass dir die Rezension gefällt :-). Wenn du das Buch gelesen hast, bin ich gespannt was du dazu sagst. Vielleicht nimmt es dich emotional mehr mit ;-).

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  3. Huhu Vanessa,
    ich hab das Buch letztes Jahr bereits gelesen und war eigentlich ganz angetan. Allerdings hatte ich die gleichen Kritikpunkte wie du. Wäre ich an Tessas Stelle gewesen, wäre ich wohl lieber bei meiner Familie gewesen, anstatt mich mit einem Jungen, den ich kaum kenne und bei dem ich auch nicht weiß, wie er im Ernstfall reagiert, durch ein fremdes Land zu ziehen. Allerdings hab ich das einfach mal Annes künstlerischen Freiheit zugesprochen :D

    Alles Liebe, Nelly

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  4. Huhu meine liebe Vanessa,

    eine sehr schöne Rezi! <3

    Mir ging es recht ähnlich wie dir. Ich mochte den Roadtrip von Tessa und Oskar unheimlich gerne und ihre sich entwickelnde Liebe.
    Aber wie Tessa mit ihrer Familie umgegangen ist, war wirklich schlimm.

    Ganz liebe Grüße und Dir noch einen schönen Sonntag,
    Hannah
    <3

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